Eine perfekte Form ist nicht das Ziel der Kampfkunst , das Ziel einer Kampfkunst ist einen Kampf zu gewinnen (wird eine Kampfkunst vornehmlich mit dem Ziel der Gesunderhaltung
und Stärkung des Körpers betrieben, kann auch die Form das Höchste einer Kunst sein.)
Viele Lehrer lehren, wer einen Kampf gewinnen will, kommt an Formen nicht vorbei. Diesen
Fakt kann man getrost mit ja beantworten, wenn man es nicht zu traditionell sieht.
Formen sind spezielle Übungen, die meist auf Grund von langjährigen Erfahrungen entstanden sind.
Sie sollen eine Übung sein, um wichtige Elemente und Prinzipien eines Systems zu erlernen...
eine Art Lernhilfe. Wollte man zB. im Kung Fu die Formen weglassen, so müsste man andere, gleichwertige Übungen entwickeln , um einen Ausgleich zu schaffen. Dies ist jedoch nur eine Fiktion.
Heute reden einige gern von "Verschlüsselung". Warum verschlüsselt man?
Um etwas geheim zu halten für bestimmte Augen!
Ich denke nicht, dass der Vorwand damals vorhanden war, unter Mühen Techniken zu verschlüsseln. Ich denke eher, jemand hat eine Form erdacht, als Übungshilfe für den
jeweiligen Stil. Die Schüler haben sie gelernt und als sie eines Tages selber Lehrer wurden, haben sie sie weitergelehrt.
Wie das so ist auf dem labilen Kommunikationsweg der Mundpropaganda (schriftliche Aufzeichnungen wurden damals nicht oder sehr wenig getätigt), gehen Informationen verloren, bzw. werden eigene, neue Interpretationen eingeflochten. Andere Lehrer wiederum versäumten es, sich um die Applikationen zu kümmern, oder lehrten sie nur halbherzig.
So veränderte sich die Form unmerklich. Teilweise so stark, dass es heute ein großes Problem werden kann, die ursprüngliche Bedeutung wieder zu finden.
|